Webmeister Martin Projekt besprechen

Auffindbarkeit

Nach dem Relaunch nicht mehr bei Google — die Ursache

Die neue Seite ist schöner, schneller, moderner. Und nach vier Wochen fällt auf, dass niemand mehr anruft.

Von Martin Schülbe · Stand 21.09.2026

Während eine Website gebaut wird, soll sie nicht in der Suche auftauchen. Halbfertige Seiten, Platzhaltertexte, doppelte Inhalte — das will niemand im Index haben. Also sperrt man sie. Diese Sperre wieder zu entfernen ist ein einzelner Handgriff beim Livegang, und es ist der Handgriff, der am häufigsten vergessen wird.

Drei Stellen, an denen die Sperre sitzen kann

Im Quelltext der Seite. Eine Zeile <meta name="robots" content="noindex"> im Kopfbereich. Sichtbar für jeden, der den Quelltext ansieht — aber wer sieht schon den Quelltext an.

In der robots.txt. Ein Disallow: / für alle Suchmaschinen. Das ist die Standardeinstellung fast jedes Entwicklungssystems.

Im Antwort-Header des Servers. Ein X-Robots-Tag: noindex. Das ist die unangenehmste Variante, weil sie im Quelltext nicht zu sehen ist. Man kann die Seite stundenlang durchsuchen und findet nichts. Solche Sperren überleben Jahre.

Bei WordPress kommt eine vierte dazu: ein Häkchen in den Einstellungen unter „Lesen“, das Suchmaschinen bittet, die Seite zu ignorieren. Es ist ein Häkchen. Es kostet Umsätze.

Woran man es erkennt

Das Muster ist typisch: Nach dem Livegang bleibt es zwei, drei Wochen ruhig — dann fällt auf, dass keine Anfragen mehr kommen. Der erste Verdacht fällt meist auf das Design, den Text oder die Konkurrenz. Dabei steht die Antwort in einer Zeile.

Der schnellste Test ohne Hilfsmittel: Geben Sie bei Google site:ihre-domain.de ein. Kommen keine oder nur ein, zwei Ergebnisse, während Sie zwanzig Seiten haben, ist die Sache klar.

Alle drei Stellen auf einmal: Der Indexierbarkeits-Check liest robots.txt, Meta-Angabe, Antwort-Header, Canonical und Sitemap in einem Durchgang — auch die Sperre, die man im Quelltext nicht sieht.

Was sonst noch Sichtbarkeit frisst

Ein Canonical, das woanders hinzeigt. Damit erklärt eine Seite eine andere Adresse zum Original — und verzichtet freiwillig auf ihre eigene Sichtbarkeit. Passiert reihenweise, wenn eine Vorlage kopiert und der Verweis nicht angepasst wird.

Alte Adressen, die ins Nichts führen. Wenn der Relaunch die Adressstruktur ändert, verlieren alle bisherigen Treffer ihr Ziel. Ohne Weiterleitung von alt nach neu ist der aufgebaute Bestand weg. Das ist kein Fehler, den man später repariert — das ist Arbeit, die vor dem Livegang stattfinden muss.

Dieselbe Überschrift auf zwanzig Seiten. Kein Ausschlusskriterium, aber Google entscheidet dann selbst, welche dieser Seiten es zeigt. Meistens nicht die, die man gemeint hat.

Die Checkliste für den Tag des Livegangs

  • Meta-Robots, robots.txt und Antwort-Header auf Sperren prüfen.
  • Bei WordPress: das Häkchen unter Einstellungen → Lesen.
  • Alte Adressen per 301 auf die neuen weiterleiten, einzeln, nicht pauschal auf die Startseite.
  • Sitemap erzeugen und in der Google Search Console einreichen.
  • Nach einer Woche site:ihre-domain.de prüfen.

Zehn Minuten am richtigen Tag ersparen drei Monate Rätselraten.

Fragen dazu?

Ich beantworte sie auch dann, wenn daraus kein Auftrag wird. Das ist keine Masche, sondern die günstigste Werbung, die ich kenne.