Zum Hintergrund
Floskel-Zähler: worum es dabei geht
Was hier genau geprüft wird
Der Fließtext Ihrer Seite wird gegen eine Liste von Wendungen abgeglichen, die auf zehntausenden deutschen Firmenseiten fast wortgleich stehen. Außerdem wird gezählt, wie oft die Seite von sich selbst spricht — „wir“, „unser“, „uns“ — und wie oft vom Leser, also „Sie“ und „Ihr“. Zum Schluss wird der erste vollständige Satz der Seite herausgeschrieben.
Was ein Fund bedeutet
„Ihr kompetenter Partner“, „maßgeschneiderte Lösungen“, „aus einer Hand“, „seit über 20 Jahren“: Diese Sätze sind nicht falsch. Sie sind nur austauschbar. Setzen Sie den Namen Ihres schärfsten Wettbewerbers ein — wenn der Satz immer noch stimmt, hat er nichts gesagt.
Das Zahlenverhältnis ist der zweite Hinweis, und es ist der unbequemere. Die meisten Firmenseiten reden dreimal so oft über sich selbst wie über den Menschen, der da gerade liest. Der aber sucht keine Firmenvorstellung, sondern eine Lösung für sein Problem.
Der erste Satz steht hier, weil er die einzige Zeile ist, die fast jeder Besucher liest. Wenn dort „Herzlich willkommen auf unserer Homepage“ steht, ist die wertvollste Zeile Ihrer Seite verschenkt.
Was Sie damit tun
Ersetzen Sie jede gefundene Floskel durch etwas Nachprüfbares. Statt „langjährige Erfahrung“: „Seit 2009, rund 40 Anlagen im Jahr.“ Statt „individuelle Beratung“: „Wir kommen vorbei und messen aus, bevor wir ein Angebot schreiben.“ Konkretes lässt sich anzweifeln — deshalb wirkt es.
Und drehen Sie die Perspektive: Aus „Wir bieten“ wird „Sie bekommen“. Das ist keine Sprachkosmetik, das ändert, worüber Sie überhaupt schreiben.
Die Grenze dieser Prüfung
Eine Liste ist eine Liste. Sie kennt nur die Floskeln, die daraufstehen, und Ihre Branche hat eigene, die hier fehlen. Umgekehrt sind manche Treffer harmlos: „aus einer Hand“ kann bei einem Generalunternehmer die sachlich richtige Beschreibung sein. Und null Treffer heißen nicht, dass der Text gut ist — er kann genauso gut nichtssagend sein, nur mit eigenen Worten.