Webmeister Martin Projekt besprechen

Preise

Was eine Website kostet — und woraus sich der Preis zusammensetzt

Auf die Frage nach dem Preis bekommt man in dieser Branche selten eine Zahl. Hier bekommen Sie eine — und die Rechnung dahinter.

Von Martin Schülbe · Stand 28.08.2026

Wenn Sie im Großraum Nürnberg nach Angeboten suchen, finden Sie an einem Nachmittag Preise zwischen 299 € und 12.000 € für etwas, das in der Anzeige jeweils „professionelle Website“ heißt. Das ist kein Betrug, sondern ein Sprachproblem: Es sind völlig verschiedene Dinge, die denselben Namen tragen.

Die vier Posten, aus denen sich jeder Preis zusammensetzt

Erstens: die Bauzeit. Eine einzelne Seite mit klarer Struktur ist an einem Tag gebaut. Zehn Seiten mit unterschiedlichen Layouts sind es nicht, weil jedes zusätzliche Layout eigene Entscheidungen verlangt — für Handy, Tablet und Bildschirm, in hell und dunkel, mit langen und kurzen Texten.

Zweitens: die Inhalte. Das ist der Posten, der fast immer unterschätzt wird. Wenn Sie fertige Texte und brauchbare Fotos mitbringen, ist die Website ein Bauauftrag. Wenn Sie sagen „schreiben Sie das mal“, ist es ein Redaktionsauftrag mit Recherche, Abstimmung und Korrekturschleifen — und der kann größer sein als der Bau selbst.

Drittens: die Funktionen. Ein Kontaktformular ist eine halbe Stunde. Eine Online-Terminbuchung mit Kalenderabgleich, Bestätigungsmails und Absageregeln ist mehrere Tage, weil jeder Sonderfall bedacht werden muss: der Feiertag, der Doppeltermin, die Absage fünf Minuten vorher.

Viertens: das, was danach passiert. Eine Website ist kein Möbelstück. Sicherheitsupdates, Backups, Inhalte, Erreichbarkeit — das läuft weiter, ob Sie es einplanen oder nicht. Wer es nicht einplant, zahlt es später als Reparatur.

Warum 299 € rechnerisch nicht aufgehen können

Rechnen Sie mit: Eine ernsthaft gebaute Seite kostet mindestens einen vollen Arbeitstag, meist zwei bis drei. Bei einem Stundensatz, von dem jemand in Deutschland leben und Steuern zahlen kann, liegt allein die Arbeitszeit über 500 €. Ein Angebot für 299 € kann also nur eines von drei Dingen bedeuten:

  • Es ist eine Vorlage, in die Ihre Texte eingesetzt werden — dieselbe Vorlage, die auch Ihre Mitbewerber bekommen.
  • Der Betrag ist der Einstieg in einen Abovertrag, in dem die eigentlichen Kosten stecken.
  • Die Seite gehört Ihnen nicht. Bei Kündigung ist sie weg, samt Adresse und Inhalten.

Nichts davon ist ehrenrührig, solange es dransteht. Problematisch wird es, wenn Sie nach drei Jahren feststellen, dass Sie 1.400 € gezahlt haben und nichts besitzen.

Die Frage, die alles klärt: „Wem gehört die Seite, wenn ich kündige — und bekomme ich die Dateien?“ Wer darauf ausweichend antwortet, hat die Antwort schon gegeben.

Realistische Spannen für den Großraum Nürnberg

Aus meiner Praxis, netto, ohne laufende Betreuung:

  • 890 – 1.400 € — eine gut gebaute Seite mit allem Nötigen. Für Selbstständige, Vereine, kleine Betriebe mit einer Leistung und einem Standort.
  • 1.900 – 3.200 € — sechs bis zehn Seiten, eigene Seite je Leistung, lokale Optimierung. Der Bereich, in dem die meisten Firmenseiten liegen.
  • 3.500 – 7.000 € — dazu ein Redaktionsbereich für laufende Inhalte, Medien, Archiv. Für alle, bei denen ständig Neues dazukommt.
  • ab 7.000 € — Funktionen, die Arbeit abnehmen: Buchung, Rechner, Schnittstellen, geschützte Bereiche.

Die laufende Betreuung liegt dann je nach Umfang zwischen 39 € und einigen hundert Euro im Monat — Technik allein am unteren Ende, tägliche Redaktion am oberen.

Drei Dinge, die Sie beim Angebotsvergleich prüfen sollten

Ist die Zahl der Korrekturschleifen benannt? „Bis Sie zufrieden sind“ klingt großzügig und ist der häufigste Grund für Streit. Zwei benannte Runden plus ein klarer Stundensatz für alles Weitere sind für beide Seiten fairer.

Steht drin, was nicht dabei ist? Texte, Fotos, Übersetzungen, Rechtstexte, Datenschutzprüfung — jeder dieser Posten kann vierstellig werden, wenn er nachträglich dazukommt.

Sind Hosting und Domain getrennt ausgewiesen? Sie sollten Domain und Hosting auf Ihren Namen haben. Wenn beides beim Dienstleister liegt, ist ein Wechsel technisch möglich, aber praktisch mühsam — und genau darauf setzen manche Angebote.

Wenn Sie eine erste Größenordnung für Ihr Vorhaben brauchen, ohne mit jemandem zu sprechen: Der Budgetrechner auf dieser Seite gibt Ihnen in einer Minute eine Spanne. Er sammelt keine Daten und will keine E-Mail-Adresse.

Fragen dazu?

Ich beantworte sie auch dann, wenn daraus kein Auftrag wird. Das ist keine Masche, sondern die günstigste Werbung, die ich kenne.