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Technik

Ladezeit: die drei Zahlen, auf die es ankommt

„Die Seite ist zu langsam“ ist keine Diagnose. Es gibt drei Messwerte, die das Problem benennen — und für jeden gibt es eine überschaubare Zahl an Ursachen.

Von Martin Schülbe · Stand 28.08.2026

Google misst die Nutzungserfahrung einer Website über drei Werte, die zusammen Core Web Vitals heißen. Sie werden nicht im Labor erhoben, sondern bei echten Besuchern mit echten Geräten und echtem Mobilfunk. Deshalb sieht ein Test auf dem Bürorechner oft gut aus, während die Werte trotzdem schlecht sind.

LCP — wann ist der Hauptinhalt da?

Largest Contentful Paint misst, wann das größte sichtbare Element fertig geladen ist: meist das erste große Bild oder die Überschrift. Google bewertet Werte bis 2,5 Sekunden als gut, ab 4 Sekunden als schlecht.

Die Ursachen sind fast immer dieselben: ein unkomprimiertes Bild im Kopfbereich, oft mehrere Megabyte groß; Schriftarten, die von einem fremden Server geladen werden; oder ein Baukastensystem, das erst eine Menge JavaScript ausführen muss, bevor überhaupt etwas erscheint.

INP — reagiert die Seite auf Eingaben?

Interaction to Next Paint misst, wie lange es dauert, bis die Seite auf einen Klick oder Tipp sichtbar reagiert. Gut ist unter 200 Millisekunden. Dieser Wert hat 2024 den älteren FID abgelöst und ist deutlich strenger, weil er alle Interaktionen betrachtet statt nur der ersten.

Schlechte Werte entstehen durch zu viel gleichzeitig arbeitendes JavaScript — typischerweise durch Einwilligungsbanner, Chat-Fenster, Statistiktools und Werbeskripte, die alle gleichzeitig starten wollen. Jedes einzelne wirkt harmlos. Zusammen blockieren sie das Gerät.

CLS — springt das Layout?

Cumulative Layout Shift misst, wie stark sich Inhalte während des Ladens noch verschieben. Gut ist ein Wert unter 0,1. Sie kennen den Effekt: Sie wollen auf einen Link tippen, im selben Moment lädt darüber ein Bild nach, und Sie treffen etwas anderes.

Die Ursache ist meistens banal — Bilder ohne Größenangabe im HTML. Der Browser weiß dann nicht, wieviel Platz er freihalten soll. Zwei Attribute pro Bild lösen das Problem vollständig.

Selbst nachsehen: Ihre echten Werte finden Sie in der Google Search Console unter „Core Web Vitals“ — sie stammen aus Messungen bei Ihren tatsächlichen Besuchern. Ein Einzeltest mit PageSpeed Insights zeigt dagegen nur eine Laborsimulation.

Was das praktisch bedeutet

Die drei häufigsten Ursachen für schlechte Werte sind in dieser Reihenfolge: zu große Bilder, zu viele fremde Server, zu viel JavaScript. Alle drei sind lösbar, ohne die Seite neu zu bauen.

  • Bilder in modernen Formaten (WebP oder AVIF), in der Größe, in der sie angezeigt werden — nicht in der Größe, in der die Kamera sie geliefert hat. Ein Bild von 4 MB wird zu 80 KB, ohne dass jemand einen Unterschied sieht.
  • Schriften selbst hosten statt von einem fremden Server zu laden. Das spart eine zusätzliche Verbindung und löst nebenbei ein datenschutzrechtliches Problem.
  • Jeden externen Dienst hinterfragen. Brauchen Sie das Statistiktool wirklich? Die eingebettete Karte auf jeder Seite? Das Chat-Fenster, über das im letzten halben Jahr zwei Nachrichten kamen?

Wie schnell geht es ohne all das?

Die Seite, die Sie gerade lesen, lädt keine einzige Datei von einem fremden Server. Keine Schriftarten, keine Karten, keine Statistik, keine Werbung. Wie sich das auswirkt, können Sie auf der Startseite nachsehen — dort misst sich diese Website selbst und zeigt Ihnen die Werte aus Ihrem eigenen Browser.

Das ist keine Zauberei, sondern eine Entscheidung: Jede Datei von einem fremden Server ist eine zusätzliche Verbindung, ein zusätzliches Risiko und ein zusätzlicher Grund für ein Einwilligungsbanner. Wer darauf verzichtet, bekommt Geschwindigkeit und Datenschutz geschenkt.

Fragen dazu?

Ich beantworte sie auch dann, wenn daraus kein Auftrag wird. Das ist keine Masche, sondern die günstigste Werbung, die ich kenne.