Webmeister Martin Projekt besprechen

Google Maps

Warum bei Google Maps manchmal zwei Bewertungen reichen

Für viele lokale Betriebe ist der Eintrag in Google Maps wichtiger als die Website. Und deutlich leichter zu gewinnen, als die meisten annehmen.

Von Martin Schülbe · Stand 28.08.2026

Wenn jemand in Nürnberg nach einer Dienstleistung sucht, sieht er zuerst Anzeigen und direkt darunter den Kartenkasten mit drei Einträgen. Erst danach beginnen die klassischen Suchergebnisse. Das heißt: Platz eins in der organischen Suche ist auf dem Bildschirm oft Platz sieben.

Der Kartenkasten wird nach anderen Regeln befüllt. Und diese Regeln sind für kleine Betriebe deutlich freundlicher.

Drei Faktoren, nach denen Google die Karte sortiert

Relevanz — passt Ihre Kategorie zur Suchanfrage? Das ist die härteste Stellschraube, weil die Hauptkategorie darüber entscheidet, ob Sie überhaupt in Frage kommen. Wer „Werbeagentur“ als Kategorie führt, taucht bei „Webdesigner“ schlechter auf, egal wie gut der Rest ist.

Entfernung — wie weit ist Ihr Standort vom Suchenden entfernt? Diesen Faktor können Sie nicht beeinflussen, aber er erklärt, warum Sie am eigenen Schreibtisch andere Ergebnisse sehen als Ihre Kundschaft drei Kilometer weiter.

Bekanntheit — Bewertungen, Erwähnungen, Verlinkungen, wie oft nach Ihnen gesucht wird. Hier liegt der Hebel, den fast niemand konsequent nutzt.

Wie schwach die Konkurrenz tatsächlich ist

Ein Beispiel aus der eigenen Branche, erhoben im August 2026 für den Suchbegriff „Webdesign Nürnberg“: Unter den ersten zehn Karteneinträgen standen ein Betrieb mit zwei Bewertungen, zwei ohne jede Bewertung und zwei mit acht. Erst an der Spitze fanden sich Einträge mit 72 und 102 Bewertungen.

Das Muster wiederholt sich in fast jeder lokalen Branche. Die Spitze ist besetzt, das Mittelfeld ist leer — und ins Mittelfeld kommt man mit fünfundzwanzig echten Bewertungen.

Prüfen Sie es selbst: Suchen Sie Ihre eigene Branche plus Ortsname bei Google Maps und sehen Sie sich die Bewertungszahlen der ersten zehn Einträge an. In den meisten Fällen ist der Abstand zwischen Platz drei und Platz zehn kleiner, als Sie erwarten.

Was den Eintrag wirklich nach vorn bringt

Vollständigkeit. Ein Profil mit Öffnungszeiten, Leistungen, Beschreibung, Fragen-und-Antworten und mindestens zehn eigenen Fotos schlägt ein halb ausgefülltes. Eigene Fotos — kein Bildmaterial von der Stange, das erkennt Google inzwischen.

Bewertungen, die etwas sagen. Google liest die Texte aus. „Alles super, gerne wieder“ zählt wenig. „Hat unsere Heizung in Fürth am selben Tag repariert“ enthält Leistung und Ort — und genau danach wird gesucht. Sie können das nicht bestimmen, aber Sie können darum bitten: „Schreiben Sie gern kurz, was ich gemacht habe und wo Sie sind.“

Regelmäßigkeit. Ein Beitrag alle ein bis zwei Wochen, neue Fotos, aktuelle Feiertagszeiten. Das signalisiert einen aktiven Betrieb. Zehn Minuten Arbeit, mehr nicht.

Eine Website, die dazu passt. Der Eintrag verweist auf Ihre Seite. Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer dort exakt mit dem Profil überein — bis zur Schreibweise der Straße — verstärkt das die Wirkung. Weichen sie ab, schwächt es sie.

Zwei Fehler, die teuer werden

Keywords in den Firmennamen schreiben. „Müller Malerbetrieb – Maler Nürnberg günstig“ wirkt kurzfristig und verstößt gegen die Richtlinien. Mitbewerber melden solche Einträge, und eine Sperrung wirft Sie weiter zurück, als der Trick je eingebracht hat.

Bewertungen kaufen. Wenn ein Profil mit acht Bewertungen binnen zwei Wochen auf vierzig springt, fällt das auf. Google filtert Bewertungen aus auffälligen Mustern heraus, ohne Ankündigung. Im schlechtesten Fall ist das Profil weg — und mit ihm der Platz in der Karte, den Sie sich aufgebaut haben.

Der langsame Weg ist hier tatsächlich der schnellere: Zwei echte Bewertungen im Monat sind nach einem Jahr vierundzwanzig, und die bleiben.

Fragen dazu?

Ich beantworte sie auch dann, wenn daraus kein Auftrag wird. Das ist keine Masche, sondern die günstigste Werbung, die ich kenne.